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Da im Zuge von E-Mail, SMS und Rezession Neujahrskarten zu verschwinden drohen,
haben sich einige AnhängerInnen der spitzen Feder besorgt zusammengetan. Durch
das 2003 gegründete Kollektiv zur Rettung der Neujahrskarten werden Personen,
Firmen, Behörden oder Organisationen, welche sich im auslaufenden Jahr speziell
in der Region Bremgarten kulturell oder politisch engagiert haben, für ihren
Einsatz beglückwünscht und mit den besten Wünschen für das neue Jahr versehen.
Neu: Offiziell versandte Neujahrskarten 2010 Offiziell versandte Neujahrskarten 2009 Offiziell versandte Neujahrskarten 2008 (diese Seite) Offiziell versandte Neujahrskarten 2007 Neujahrskarten-Spezial 2006 Offiziell versandte Neujahrskarten 2005 Offiziell versandte Neujahrskarten 2004
In Lenzburg und Umgebung machen sich einige engagierte junge Leute Gedanken zu Rassismus, Ausbeutung, Umwelt und Tierrecht. Um die Themen breiter diskutieren und auch Veränderungen anregen zu können, luden sie anfangs 2007 zum Think & Move Festival im Tommasini ein. Dem "Bürgerlichen Gemüt" scheint dies allerdings recht säuerlich aufgestossen zu sein. Denn bald schon mussten allerlei Gründe für eine Absage - die selbstverständlich den Behörden ausserordentlich Leid tat - hinhalten. Zum Glück war ein Ausweichort aber schnell gefunden. Erstaunlich, wie dann das Festival absolut problemlos und sogar mit persönlichem Lob eines Stadtpolizisten im KulturZentrum Bremgarten über die Bühne gegangen ist... In Lenzburg jedoch steckt man nach einer spontanen - aber eigentlich ebenso reibungslos verlaufenen - Strassenparty weiterhin den Kopf in den Sand (resp. ins Margeritenbeet) und will das Tommasini als "Jugendhaus" und nicht als "Ort von Problemen" haben. Doch müsste sich die Gesellschaft nicht viel eher ernsthaft sorgen, falls sich die "Jugendlichen" tatsächlich einmal angepasst und gleichgültig geben, statt zu denken und etwas zu bewegen?
Bildvorlage: Wahlkampfflyer "Hans Huber als Stadtammann", www.fdp-lenzburg.ch
Freude kommt auf unter den BenutzerInnen der Bremgarten- Dietikon Bahn (BDB). Die grau-orangen Zugskompositionen werden verkauft. Vorbei sind demnach bald die Zeiten, in denen Laub auf den Schienen eine fahrplanmässige Abfahrt verhindert oder heisse Sommertage akuten Sauerstoffmangel unter den PendlerInnen erzeugen. Letzterem gedenken die Verantwortlichen der BDWM Transport AG mit der Beschaffung von 14 klimatisierten Triebzügen Abhilfe zu verschaffen. Soweit so gut. Da Klimaanlagen jedoch nicht ohne Energie funktionieren, tragen sie zu derem weltweit steigenden Verbrauch bei. Mit der Kühlung fördern sie somit die Klimaerwärmung und erhöhen die Energiekosten der BDB, die sich vermutlich auch in deren Tickettarifen bemerkbar machen werden. Warum aber greifen die Verantwortlichen der BDWM Transport AG zur "Bekämpfung" der Hitzetage nicht auf ein zwischen Wohlen und Dietikon seit Jahrzehnten bewährtes Mittel zurück? Fenster, die sich öffnen lassen, hauchten schon manchem und mancher erschöpften PendlerIn neues Leben ein. In diesem Sinne könnte doch das Motto der Bremgarten-Dietikon Bahn für die kommenden Sommer heissen: "Mit offenen Fenstern gegen Umweltzerstörung und Ticketpreiserhöhung."
PS: Damit kein falscher Eindruck entsteht. "Das Kollektiv zur Rettung der Neujahrskarten" ist der Bremgarten-Dietikon Bahn alles andere als feindlich gesinnt. Befinden sich doch unter seinen Mitgliedern wahre VerfechterInnen des öffentlichen Verkehrs. Vermutlich gerade deshalb werden die Entwicklungen rund um "euses Bähnli" ausgesprochen kritisch betrachtet. Dies führt dazu, dass die BDB nicht zum ersten Mal zu den Empfängern der etwas anderen Neujahrskarten gehört. Dass die Verantwortlichen der BDWM Transport AG durchaus kritikfähig sind, hat das letzte Jahr bewiesen. Die Ausrichtung der Webcam am Bahnhof Berikon Widen haben sie dahingehend verändert, dass Gesichter nur noch schwer erkennbar sind.
Es war eine Freude mitanzusehen, wie sich das Sonnengut-Gebiet - das Tor zu Bremgarten - in den letzten Jahren entwickelt hat. Der beim Bau der Umfahrung erstellte phallusartige "Pylon", bildete den Auftakt für weitere äusserst gelungene Bauwerke. Es folgten das McDonalds Normgebäude Typ 250B, dann die beiden bereits mit zwei Neujahrskarten prämierten Migros- Einkaufsparadiese. Seit kurzer Zeit erfreut uns Otto mit einem Einkaufscenter, welches den, vom McDonalds-Friteusengestank gebeutelten, AnwohnerInnen des schönen neuen Sonnengutquartiers die pittoreske Aussicht auf die Migros-Neubauten verwehrt. Nun hat sich auch noch die BDWM Transport AG ein Denkmal gesetzt, mit der, nach dem Motto "Beton ist Natur", gebauten Station Bibenlos-Sonnenhof. Dank der neuen, optimal auf den Verkehr abgestimmten Ampelanlage haben nun alle VerkehrsteilnehmerInnen immer genügend Zeit, die Schokoladenseite Bremgartens ausführlich zu begutachten.
Wir wissen nicht, ob die Behörden des Kantons Aargau für all diese Bauwerke die Verantwortung tragen bzw. diese bewilligten und deshalb auch nicht, ob diese Neujahrskarte beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt an der richtigen Adresse gelandet ist. Wenn nicht, haben wir die zuständige Person gebeten, die Karte an die verantwortlichen Stellen weiterzuleiten.
Obwohl es letztendlich nicht für einen Sitz im Nationalrat gereicht hat, konnte Andreas Glarner mit seinen "plakativen" Plakaten doch eine beachtliche Anzahl Stimmen verängstigter Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen. Laut Badener-Bezirks-Gericht war seine Propaganda nicht fremdenfeindlich - sie richte sich lediglich gegen die Einwanderung fundamentalistisch orientierter Muslime. Was Minarette mit Fundamentalismus gemeinsam haben, ist uns schleierhaft. Da wollen wir doch die Kirche im Dorf lassen. Vielleicht ist es ihm entgangen, dass im Irak seit März 2003 Krieg herrscht. Seit Kriegsbeginn sind zehntausende, vielleicht sogar hunderttausende zivile Opfer zu beklagen. "Baden oder Bagdad?" - Unserer Meinung nach handelt es sich hier nicht nur um ein harmloses Wortspiel, sondern um einen äusserst absurden und tragischen Vergleich. Wie auch immer das Obergericht urteilen wird, eine Neujahrskarte hat sich Herr Glarner für seine Plakate schon einmal verdient.
Bildlegende: Unsere Version für Andreas Glarner Ausführungen zu "Baden oder Bagdad?" Mit dem Bild einer verschleierten Frau oder alternativ einem Minarett und dem Spruch "Baden oder Bagdad? (bzw. Aarau oder Ankara?) Damit wir uns auch in Zukunft heimisch fühlen" machte Andreas Glarner Werbung für seine Nationalratskandidatur. Er belegte zwar auf der SVP-Liste lediglich den zweiten Ersatzplatz - das sind aber immerhin 56´769 Stimmen. Drei Privatpersonen reichten beim Bezirksamt Baden Anzeige wegen Rassendiskriminierung ein. Mit der Begründung, Glarner habe mit seiner politischen Haltung die muslimische Religion weder herabgesetzt noch diskriminiert und auch nicht zu Hass oder zu Diskriminierung aufgerufen, wurde das Verfahren eingestellt. Er habe lediglich seine politische Haltung kund getan und dies sei ein demokratisches Recht, argumentierte die Badener Staatsanwaltschaft weiter. Gegen ihre Einstellungsverfügung wurde mittlerweile Beschwerde beim Obergericht eingereicht...
Als Anhänger der Zürcher SVP steht Glarner zu seiner Propaganda: "Plakate müssen plakativ sein, um ihr Ziel zu erreichen. Mir geht es darum aufzurütteln." Wer näheres über den Hardliner, soziale Hängematten, Wischiwaschi oder Weichspühler erfahren möchte - seine Homepage spricht Klartext.
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